Montanas del Fuego
- Feuerberge -
Impressionen von der Insel Lanzarote
Rundel No. 2494
Thema:

Klangbild der Feuerberge

Komponist Markus Götz stellt sein Werk »Monanas del Fuego« (Feuerberge) vor.

Zu meiner Komposition »Montanas del Fuego« (Feuerberge) wurde ich durch mein liebstes Reiseziel, die Kanareninsel Lanzarote, inspiriert. Die bizarre Vulkanlandschaft begeisterte mich immer wieder und animierte mich, sie musikalisch nachzu­zeichnen.

»Montanas del Fuego« ist keine Programmmusik im strengen Sinn, sondern eben musikalische Impression. Als musikalische Mittel dienten Elemente aus der spanischen Folklore, aber auch rhythmische Elemente aus Afrika. Sie verschmelzen ineinander genauso, wie die Kultur der Insel Lanzarote von den vielseitigsten Einflüssen geprägt ist. Genauso wie bei meiner Komposition »African Inspirations« habe ich aber nicht versucht, Volksmusik zu imitieren. Mein eigener Stil und die Einflüsse der Insel Lanzarote vermischen sich zu etwas Neuem - »Montanas del Fuego« eben.

Gleichzeitig war es mir wichtig, ein für die Mittelstufe gut spielbares Werk zu schreiben, das for­dert, aber nicht überfordert. So ist das Blech in einem moderaten Umfang gehalten. Technische Schwierigkeiten treten in den Hintergrund, dagegen stehen die vielfältigen Klangmöglichkei­ten eines Blasorchesters im Mittelpunkt. Satte Klangfarben und   tänzerische   Elemente stehen sich kontrastreich gegenüber, und die Schlagzeuggruppe ist wie in den meisten meiner Werke ziemlich gefordert. Das Stück beginnt düster und tief im Holzregister. Der Blick auf die großartigen Vulkankegel der »Feuerberge« mit ihren bizarren Farbspielen und Schattenwürfen stand dafür Pate.

Das temperamentvolle Allegro beginnt typisch spanisch - etwas majestätisch und sehr blechlastig. Dieser Teil wendet sich überraschend hin zu einem Bongosolo. Ab hier baut sich über einem Rhythmusostinato eine Melodie auf, die sich immer wiederholt und durch das Orchester schlängelt. Hiermit wollte ich die Fahrt hoch auf die Gipfel der Feuerberge beschreiben. Dabei ist es wichtig, die Steigerung in Lautstärke und Instrumentation deutlich herauszuarbeiten. »Oben« angekommen, erwartet uns ein lyrisches Altsaxofonsolo. Der Solist umspielt das vom Anfang bekannte Thema, das nun noch exotischer wirkt als zu Beginn. Der Dirigent sollte darauf achten, dass das Altsaxofon nicht von der Begleitung in den Tenorhörnern überdeckt wird. Das gewaltige Panorama vom Gipfel hinab begeistert Jeden Besucher: die Musik schlägt um von Moll nach Dur, und aus dem zarten Saxofonthema wird ein strahlendes Orchestertutti. Für das spa­nische Flair sind die Kastagnetten unabdingbar. Deshalb bitte hier nicht sparen. Kastagnetten kosten nicht die Welt und lassen sich vielseitig einsetzen.Die Fahrt hinunter beginnt: Wieder erklingen die Bongos und das dazugehörige Thema. Unten angekommen erinnert ein letzter dramatischer »Blick« an die faszinierenden »Feuerberge«.

Quelle: Clarino, Ausgabe 12/05




weitere Kompositionen:
Adebars Reise
African Inspiration